Florian Albrecht-Schoeck


* 1980 in Darmstadt, GER
lebt in Offenbach

Die Fotografien von Florian Albrecht-Schoeck richten den Blick auf unsere Gesellschaft und konfrontieren den Betrachter mit ihr. Der Künstler beobachtet und erkundet mit seiner analogen Kamera gesellschaftspolitische Themen. Doch sind seine Arbeiten, die häufig auf Reisen entstehen, nicht nur als Dokumentation eines bestimmten Landabschnitts oder Region zu verstehen.

In den Serien entsteht ein Zusammenspiel aus distanzierten Zentralperspektiven und insistierenden Nahaufnahmen. Die Motive sind nicht zuletzt durch das Medium der Schwarz-Weiß-Aufnahme ihrem Kontext enthoben und verlieren ihren Ortsbezug. Ein Begriff wie »Heimat« will hier nicht erklärt oder gar definiert, sondern sozialkritisch und als universale Erfahrung erforscht werden. Die Schärfe der Fotografien, ihr klar strukturierter Bildaufbau und die Verlassenheit der Motive schaffen eine Atmosphäre, die über reine Dokumentation weit hinausgeht. Der Mensch als Subjekt ist dabei immer präsent, auch wenn er fast nie gezeigt wird. Die Ruhe der Bilder, denen eine Widersprüchlichkeit zu Grunde liegt, ruft Spannung und ein gewisses Unbehagen hervor.

Florian Albrecht-Schoeck entwickelt seine Fotografien immer selbst und häufig von unterwegs aus. Dafür verwendet er seinen Schlafsack als Dunkelkammer und hält sich nicht an Zeit- oder Temperaturvorgaben. Der chemische Prozess ist also an die Intuition des Künstlers gebunden. Die Schlieren oder Kratzer, die dadurch entstehen, gleichen einer Störung im Wahrnehmungsprozess und verweisen auf ihr Medium.



AUSSTELLUNGSORT:
Frankfurter Kunstverein


FLORIAN ALBRECHT-SCHOECK
Aus der Serie Humankapital, 2013–2014
Fotografie, 100 × 100 cm
FLORIAN ALBRECHT-SCHOECK
Aus der Serie Humankapital, 2013–2014
Fotografie, 100 × 100 cm