Anne Imhof


* 1978 in Giessen, GER
lebt in Frankfurt am Main und and Paris

Performances, in denen es um Relationen und Beziehungen, sowie um Fragen der Darstellbarkeit und Entwicklungsfähigkeit dieser geht, bilden das Zentrum der künstlerischen Arbeit von Anne Imhof. Zeitgleich entstehen verschiedene Skulpturen, Installationen, Zeichnungen und Videos, die sich direkt auf die Performances beziehen, diese einerseits dokumentieren, andererseits ihren jeweiligen Gedanken fortführen und auf verschiedenen Ebenen erweitern. Diese Arbeiten, in mehreren Versionen angelegt, entfalten sich über einen undefinierten Zeitraum in unterschiedlichen Kontexten. Gesprochene Formeln, einfache Gedanken oder bestimmte Bewegungen aus der Performance tauchen so nicht nur in Schriftform oder bildlich in manchen Zeichnungen auf, sondern manifestieren sich ebenso in Skulpturen und Installationen. Konzeptionell geht es Imhof um die Auseinandersetzung mit der viel diskutierten und oft als problematisch empfundenen Dokumentation von Performance generell.

In ihrem Video „Rage“ (2014) vollzieht eine Reihe von Performern minimal choreografierte und zeitlich gedehnte Bewegungsabläufe an verschiedenen Orten im städtischen Raum. Dabei interagieren die Personen miteinander oder auch direkt mit dem Betrachter. Bewegungen und Reaktionen entwickeln einen dynamischen, wellenförmigen Wechsel, der das Verhältnis von Beherrschung und Unterdrückung, Langsamkeit und Passivität verhandelt. Wie in ihren Performances, die sich meist über mehrere Stunden vollziehen, verdichtet die Künstlerin die Gesten, Blicke und Bewegungen der Performer und untersucht die Darstellbarkeit von menschlichen Relationen und Gedanken.



AUSSTELLUNGSORT:
Nassauischer Kunstverein Wiesbaden


ANNE IMHOF
Rage, 2014
Videostill, HD-Video 60 min
Foto: Nadine Fraczkowski, supported by Carré d'Art - musée d'art contemporain de Nîmes
© The artist and Deborah Schamoni, Munich